Schach ist das Spiel der Könige – und für mich eine endlose Quelle der Inspiration. Aber warum ist eigentlich die Dame die stärkste Figur in diesem Spiel und nicht der König? Ist das nicht paradox? Ist es nicht die Aufgabe des Königs seine Dame zu beschützen? Und zieht nicht der König wagemutig in den Krieg? Bestimmt hat die Position der Dame einen spannenden, geschichtlichen Hintergrund. Dieser interessiert mich sehr, da ich fast jeden Tag Schach spiele. Ich habe gehört, dass die Dame früher einmal die Beraterin des Königs war, weiß aber leider nichts konkretes darüber. In diesem Punkt bin ich über etwas Nachhilfe sehr dankbar.
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2 Antworten zur Frage “Warum ist die Dame die stärkste Figur beim Schach?”
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Am 22. September 2009
Im Urschach stand der “Mantrin” auf dem Platz der heutigen Dame. Dieser Ratgeber war die schwächste Figur im Feld. Mit Einführung des Spiels nach Europa bürgerte sich durch die räumliche Nähe zu der Figur des Königs der Begriff Königin oder Dame ein. Durch die zunehmende Macht in der Politik gewann auch die Dame an Stärke. Gegen 1490 setzte sich die heutige Zugweise der Dame durch. Vorbild für die Verstärkung der Figur waren die Heldentaten der Jeanne d´Arc auf dem Schlachtfeld und die große Bedeutung der spanischen Königin Isabella von Kastillien.
Am 22. September 2009
Dass der König wagemutig in den Krieg zieht ist eine Illusion. Sonst wäre der Ausdruck “Bauernopfer” ja überflüssig. Früher, im Urschach, entsprach der “Mantrin” dem Stand der Dame. Dies war ein Ratgeber und seine Zugweise beschränkte sich jeweils auf ein Feld in der Diagonalen. Der Mantrin wurde von den Persern “firz” genannt. Als das Schachspiel dann in Europa eingeführt wurde, verwandelte sich der Begriff “firz” in das französische “vierge”, die Jungfrau. Aus der Jungfrau wurde die Dame oder Königin. Und mit der Emanzipation der Frau musste auch dieser Schachfigur mehr Macht zugestanden werden.