EMV, also die elektromagnetische Verträglichkeit, ist eine Achilles-Ferse von Frequenzumrichtern: Es gibt vor allem zwei Bereiche, durch die Umrichter ganz erheblich auf andere Elektronik auswirken und diese auch sehr stark stören, weswegen die Hersteller von Frequenzumrichtern entsprechende Maßnahmen entwickelt haben, um diese Probleme in den Griff zu bekommen. Auf der einen Seite stören Frequenzumrichter bei den einzelnen Schaltvorgängen, was sich mit zunehmender Frequenz entsprechend immer negativer auswirkt und auf der anderen Seite wirken Frequenzumrichter sehr ungünstig auf das Stromnetz zurück, an welchem sie angeschlossen sind.

Schaltvorgänge

Frequenzumrichter schalten entsprechend der Frequenz, mit der sie betrieben werden, sehr oft innerhalb einer Sekunde zwischen logisch eins und logisch null, also Spannung und keiner Spannung um und erzeugen durch den steilen Flankenabfall und die im Versorgungskabel des Elektromotor vorhandenen parasitären Kapazitäten erhebliche Ströme, welche kurzeitig bis zu 20 Ampere betragen können. Dadurch kommt es zu einer starken thermischen Belastung des angeschlossenen Motors und im schlimmstem Fall können diese Ströme auch zur einer Zerstörung der Ankerwicklungen des Motors führen. Die Grenzwerte für die maximalen Flankenströme eines Frequenzumrichters sind in der Norm EN61800-3 angegeben.

Rückwirkungen auf die Versorgungsleitung

Innerhalb eines Frequenzumrichters kann es zu negativen Beeinflussungen von Netz und Zwischenkreis kommen, da das Netz meistens über eine niedrige Impedanz verfügt und der Zwischenkreis des Umrichters aufgrund der verwendeten Kondensatoren über hohe Kapazitäten. Wenn das Netz und der Zwischenkreis mit Gleichrichterdioden gekoppelt werden, kann es zu kurzen Stromspitzen kommen, welche das Netz sehr stark belasten. Die Grenzwerte für diese Stromspitzen werden in der Norm EN61000-3-2 festgelegt.

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